Information und Wirklichkeit I Sommer, zeitlose Zeit, wandern, schwimmen – Erde, Wasser, Luft. Analoge Zeit, die Sonne geht auf, versteckt sich hinter Wolken, steht hoch am Himmel. Es dunkelt, der Mond geht auf – in alter Weise. Aber die Sternbild-App ist mit dabei, wird gegen den Himmel gehalten und zeigt mir Dinge, die ich sonst nicht sehen könnte. Zwischen mir, dem Subjekt und dem Objekt Sternenhimmel gibt es ein drittes, die Information, fluide Datenstrukturen, eine Wirklichkeit, die sich der unmittelbaren menschlichen Wahrnehmung entzieht. Die Bilder bewegen sich, aber da ist kein Film mehr im Handy, keine Filmrolle, nur Wellen mit Nullen und Einsen, mehr Energie als Materie. Information ist weder Schein noch Sein, sondern beides zugleich.
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Tipp für sommerliche Tage Träumen, tagträumen, scheinbares Nichtstun ist lebensnotwendig. Das Großhirn beschäftigt sich zu 80% mit sich selbst, mit ordnen, verdichten, verwalten, speichern. Der Betriebszustand für diese innere Aktivität heißt auf englisch default mode. Das Gehirn zieht sich in den Modus des Nicht-Erscheinens zurück, sozusagen ins Innere. Ich kenne einen, der behauptet, besonders intensiv zu denken, wenn er dämlich vor sich hin starrt. Nachdem ich das Buch "Träume - eine Reise in unsere innere Wirklichkeit" von Stefan Klein gelesen habe, weiß ich, er hat Chefqualitäten: Er lässt denken.
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Frühjahrsfahrt über die Alpen . Der Bus durchquert Österreich auf der kürzesten Strecke, zumeist unterirdisch, im Pfändertunnel. Kurz danach schon die Schweiz, kein EU-Land. Wir passieren die Grenze trotzdem ohne Halt. Als Gruppenreisende sind wir keine Kandidaten für Geldschmuggel. Durchs alte Rheintal sehen wir auf Liechtenstein, das Land der Briefkastenfirmen. Im Zuge neuer Steuerehrlichkeit soll sich das ändern, habe ich gelesen. Doch da wird wohl noch einiges an Wasser durch den vorderen Rhein, den hinteren Rhein und den Rhein jenseits vom Bodensee fließen. Nun ist die erste Pause angesagt, im "Heidiland". Ich hatte anderes erwartet als eine zwischen Straßen eingezwängte Raststätte. Immerhin erscheinen, wenn man eine Münze einwirft, die Figuren von Heidi und Peter auf den Balkon und singen. Zum Zweck der Pause geht es nach unten. Der Automat zu den Erfrischungsräumen schluckt wahlweise einen Euro oder einen Schweizer Franken. Hinter dem Drehkreuz sieht man eine Rei...