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Tipp für sommerliche Tage Träumen, tagträumen, scheinbares Nichtstun ist lebensnotwendig. Das Großhirn beschäftigt sich zu 80% mit sich selbst, mit ordnen, verdichten, verwalten, speichern. Der Betriebszustand für diese innere Aktivität heißt auf englisch default mode. Das Gehirn zieht sich in den Modus des Nicht-Erscheinens zurück, sozusagen ins Innere. Ich kenne einen, der behauptet, besonders intensiv zu denken, wenn er dämlich vor sich hin starrt. Nachdem ich das Buch "Träume - eine Reise in unsere innere Wirklichkeit" von Stefan Klein gelesen habe, weiß ich, er hat Chefqualitäten: Er lässt denken.
Columbus ist weiter gefahren, weil er wusste, die Vorräte reichen nicht, um zurück zu fahren.
Fundstück Botho Strauss über Erwartungen: "Es gibt enttäuschte Erwartungen und all das Schöne, das unerwartet geschieht."
Frühjahrsfahrt über die Alpen . Der Bus durchquert Österreich auf der kürzesten Strecke, zumeist unterirdisch, im Pfändertunnel. Kurz danach schon die Schweiz, kein EU-Land. Wir passieren die Grenze trotzdem ohne Halt. Als Gruppenreisende sind wir keine Kandidaten für Geldschmuggel. Durchs alte Rheintal sehen wir auf Liechtenstein, das Land der Briefkastenfirmen. Im Zuge neuer Steuerehrlichkeit soll sich das ändern, habe ich gelesen. Doch da wird wohl noch einiges an Wasser durch den vorderen Rhein, den hinteren Rhein und den Rhein jenseits vom Bodensee fließen. Nun ist die erste Pause angesagt, im "Heidiland". Ich hatte anderes erwartet als eine zwischen Straßen eingezwängte Raststätte. Immerhin erscheinen, wenn man eine Münze einwirft, die Figuren von Heidi und Peter auf den Balkon und singen. Zum Zweck der Pause geht es nach unten. Der Automat zu den Erfrischungsräumen schluckt wahlweise einen Euro oder einen Schweizer Franken. Hinter dem Drehkreuz sieht man eine Rei...
fast vergessen wie es ist, wenn die Zeit sich dehnt bläht im Wohlgefühl einer Brise voller Glyzinienduft
Verhangener Morgen Der vorbeiziehende Katamaran schwebt im lichten Grau.
Das Gewicht der Dinge Marianne klagt. Das ganze Haus ist voll. Sie hat nicht mehr die Kraft, dagegen anzugehen. Kaum räumt sie eine Ecke frei, da kommt schon wieder etwas nach. Das bedrückt sie. Sie fühlt sich belastet. Es sei wie ein Gefühl von Verstopfung. Sie weiß nicht wohin mit dem Schrott. Das habe doch alles gar keinen Wert mehr außer einem persönlichem. Und den habe es für sie auch nicht mehr. Für ihren Mann schon. Der sei ein Sammler. Sie selbst erinnert sich nur an die Anstrengung, mit der sie jahrzehntelang Geld verdient haben, um all diese Dinge zu kaufen, die sie nun nicht mehr brauchen. Diesen wunderbaren Mercedes SL zum Beispiel. Nun gut, da waren die Reisen nach Sizilien, in den Orient. Das war schon was. Aber jetzt ist es zehn Jahre her, dass sie den Oldtimer abgemeldet haben. Zehn Jahre, dass er vor sich hin gammelt, neben den aktiven Fahrzeugen, dem großen Wagen ihres Mannes, ihrem kleinen, und dem des Sohnes. Sie blockieren die halbe Straße. Man könnte den Me...