Kann man es besser sagen?

Ich kann mich nicht erinnern, jemals Fan von irgendjemandem gewesen zu sein, aber seit einiger Zeit entwickle ich mich zum Fan des Journalisten Bernd Ulrich. Was er sagt, ist nicht nur tagesaktuell und so möchte ich weiterreichen, was ich mit Verspätung in der ZEIT vom 19. März gelesen habe: 
Als hätte die Klimakrise beschlossen, zwecks Beschleunigung und besserer Wahrnehmung zum Virus zu werden.
Des Weiteren macht er verschiedene Gründe für die Seuche aus. Zunächst unseren falschen Umgang mit Tieren, dann das atemlose Tempo, das die Globalisierung mittlerweile angenommen hat, und zum dritten: dass die Gesundheitssysteme mehr oder weniger auf Kante genäht und schnell überlastet sind.()Unser  Alltag muss deswegen so brutal heruntergebremst werden ()weil sich am Gesundheitssystem Aktionäre und Pharmakonzerne  bereichern (). Im Grund läuft es wie bei der Finanzkrise: Einige wenige machen immense Gewinne, und wenn die Blase platzt, kommt die globale Gemeinschaft dafür auf. ()
Gesundheit, Finanzen, Klima – wie viele unsolidarische Systeme kann und will sich diese Gesellschaft noch leisten?"
Zum Schluss macht er noch die Hoffnung stiftende Beobachtung, dass sich gerade etwas verschiebt:
Dass sich die einen mehr nehmen als die anderen, nennt man in diesen Tagen "hamstern", und es ist verpönt. Dass sich die einen mehr nehmen als die anderen, nennt man sonst Marktwirtschaft, und es ist heilig.

Die gegenwärtige Unsicherheit ist schwer zu ertragen, aber sie fordert uns immerhin dazu heraus, die scheinbar unverrückbaren Sicherheiten von gestern zu hinterfragen.

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